Hautschutz Hautkrebs ist die Krebserkrankung mit der größten Häufigkeitszunahme. Besonders gefährdet sind Menschen, die in Außenberufen arbeiten und damit verstärkt der Sonne ausgesetzt sind, wie etwa Bau- und Transportarbeiter, Postboten, Gartenbauarbeiter, in Freizeiteinrichtungen Beschäftige wie Animateure und Bademeister.

Auf dem 24. Deutschen Hautkrebskongress der ADO (Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie) der vom 11. bis 13. September 2014 in Frankfurt am Main stattfand, werden neue Entwicklungen und Prävention von Hautkrebserkrankungen in Außenberufen von Experten diskutiert. Grundlage ist die aktuelle S3-Leitlinie Prävention von Hautkrebs vom 1. April 2014 mit evidenzbasierten Empfehlungen.

Wer im Freien beschäftigt ist, soll durch Schulungsmaßnahmen über die UV-Risiken und Schutzmaßnahmen aufgeklärt werden. Dass diese wirksam sind und das Sonnenschutzverhalten entscheidend verbessern, konnte in verschiedenen Studien gezeigt werden. Empfohlen werden körperbedeckende Kleidung, Kopfbedeckung, geeignete Sonnenbrillen und sachgerecht angewendete Sonnenschutzmittel.

Sonnenschutz muss praxistauglich und mit den Arbeitsprozessen vereinbar sein, so dass er keinesfalls das Risiko für Arbeitsunfälle erhöht.

Untersuchungen zur UV-Strahlungsbelastung von Arbeitern im Straßenbau zeigen jedoch, dass solche Schutzmaßnahmen häufig von den Beschäftigten nicht akzeptiert werden, wenn z. B. Schutzkleidung nicht getragen wird, weil sie als zu warm empfunden wird. Vorrang vor solchen persönlichen Schutzmaßnahmen sollten nach der konsensbasierten Empfehlung zum UV-Schutz im Arbeitsbereich geeignete technische und organisatorische Schutzmaßnahmen haben, zum Beispiel Schattenplätze, Arbeitsorganisation und Pausenregelungen.

Der Arbeitgeber ist nach § 4 des Arbeitsschutz-gesetzes verpflichtet, die Arbeit so zu gestalten, dass eine Gesundheitsgefährdung gering gehalten und möglichst ganz vermieden wird.

Wie jedoch Untersuchungen zu Hautkrebsprävention an Arbeitsplätzen im Freien zeigen, stehen Schutzmaßnahmen oft im Konflikt mit vorgegebenen Arbeitsabläufen. Geeignete Strategien wie den Schatten aufzusuchen oder die Arbeitszeit in der Sonne zu verkürzen, werden bei den befragten Arbeitnehmern kaum umgesetzt. Zwar muss der Arbeitgeber laut Arbeitsschutzgesetz Gefährdungen durch Sonnenstrahlung ermitteln und bewerten und für technische und arbeitsorganisatorische Maßnahmen zur Prävention von Hautkrebs sorgen, doch sind keine konkreten Arbeitsschutzmaßnahmen festgesetzt, es fehlen detaillierte Vorschriften und Handlungsempfehlungen. Geeignete Maßnahmen zur Verminderung der Strahlenbelastung wären nach der S3-Leitlinie beispielsweise

  • Überdachungen
  • Einsatz von Sonnensegeln
  • Arbeiten möglichst in Schattenbereiche verlagern
  • Arbeits- und Pausenzeiten verschieben oder
  • den Arbeitsbeginn vorverlegen.