Die Prostata - das wahre Lustorgan des Mannes

In jungen Jahren ist sie so groß wie eine Kastanie – mit dem Älterwerden vergrößert sie sich und erreicht mitunter die Größe eines Pfirsichs. Den größten Teil seines Lebens schenkt der Mann ihr kaum Beachtung. Was doch sehr verwundert, wenn man bedenkt, dass sie nicht ganz unbeteiligt ist an einem der schönsten körperlichen Vergnügungen, die unser Leben zu bietet hat: dem Sex. Die Rede ist von der Prostata, auch „Vorsteherdrüse“ genannt.

Erst im Alter kann die Prostata Beschwerden verursachen. Erst dann wird ihr plötzlich und eher unfreiwillig große Beachtung geschenkt, weil sie mit altersbedingt zunehmender Größe die Harnröhre zu verengen beginnt. Die Folge: ein immer schwächer werdender Harnstrahl. Die angeschwollene Prostata lässt den Urin nur noch tropfenweise ablaufen. Der Toilettengang wird nicht nur unangenehm, der Stau in der Prostata und Blase kann zudem zu immer wiederkehrenden Entzündungen führen. Ärztliche Hilfe ist dann dringend vonnöten.

Dieses kleine, aber für den Mann sehr wichtige Organ liegt genau über dem Damm zwischen dem hinteren Ansatz des Hodensackes und dem Anus. Es befindet sich unterhalb der Harnblase zwischen Schließmuskel und Blasenboden und bildet den hinteren Teil der Harnröhre, auch prostatische Harnröhre genannt.

Dies erklärt, weshalb als häufigstes Merkmal einer Prostataerkrankung Störungen beim Wasserlassen auftreten.

Die Prostata: der Turbo fürs männliche Lustempfinden

Die Prostata gilt als der heimliche Turbo für das männliche Lustempfinden. Durch das Zusammenziehen von Prostatamuskeln entleert sie ihr Sekret explosionsartig in die Harnröhre und befördert Spermien aus dem Hoden im Strahl hinaus. Ihre rhythmischen Kontraktionen sind dabei nicht unerheblich am Wohlgefühl des männlichen Orgasmus beteiligt. Die Wonne, die bei gezielter Stimulation von der Prostata ausgeht, hat ihr sogar die vielversprechende Bezeichnung „männlicher G-Punkt“ eingebracht.

Aber auch an der Konsistenz der Samenflüssigkeit ist die Prostata beteiligt: Ihr Sekret fungiert als Nährlösung für Samenzellen und enthält alles, was diese auf ihrem beschwerlichen Weg zur Eizelle brauchen: Fruchtzucker zur Verpflegung; Wasser, um darin zu schwimmen; und Säure, welche die Spermien aus ihrer Hodenstarre erweckt.

Nur wenn die Prostata für die richtige Mischung im Ejakulat sorgt, ist auch die Fruchtbarkeit des Mannes gewährleistet.

Jährliche Vorsorgeuntersuchungen beim Urologen sollten daher für jeden Mann ab 50 Jahren so selbstverständlich sein wie der Kundendienst beim Auto. Zusätzliches eigenes Abtasten der Prostata in regelmäßigen Abständen dient ebenfalls der eigenen Sicherheit. Es lohnt sich, die Prostata auch in jungen Jahren nicht zu ignorieren!

Prostatakrebs ist der häufigste bösartige Tumor des Mannes sowie die zweithäufigste Todesursache unter den Tumorerkrankungen beim Mann.

Die Neuerkrankungsrate liegt bei über 120 Fällen pro 100.000 Männer und über 70.000 Fällen in Deutschland.

Bei den meisten Männern wird der Tumor eher zufällig entdeckt, wie bei anderen Operationen oder einer Autopsie.

Obwohl der Prostatakrebs gerne als „Tumor des älteren Mannes“ bezeichnet wird, erkranken auch jüngere Männer zwischen 40 und 50 Jahren an Prostatakrebs.

Dies macht das Thema „Vorsorge-Check“ wichtiger denn je!

 

Weitere Infos unter:

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.
www.prostatakrebs-bps.de

„Prostata, das unbekannte Organ“
www.netdoktor.de