Der buddhistische Glaube hat seinen Ursprung in Indien und verfügt als viertgrößte Religion der Erde nach Schätzungen weltweit über ungefähr 450 Millionen Glaubensanhänger. Der Buddhismus unterscheidet sich in einigen philosophischen Punkten von den anderen Weltreligionen:

Ein Buddhist leugnet einen allmächtigen, persönlichen Gott und einen beständigen Wesenskern (Seele).

Nur durch Selbsterkennnis könne der Mensch nach buddhistischem Glauben zur Erlösung gelangen. Siddharta Gautama, der historische Buddha, lebte im 5. Jahrhundert vor Christus. Er verbreitete bis zu seinem Tod im Alter von 80 Jahren den „Dharma – die buddhistische Lehre“. Die Grundlage dieser Lehre basiert auf den „Vier Edlen Wahrheiten“:

  1. Jedes Leben befindet sich in einem endlosen Kreislauf (“Samsara“) von Geburt und Wiedergeburt; dieses Dasein ist voller Leiden
  2. Ursache des irdischen Leidens besteht aus den drei „Geistesgiften“ Gier, Hass und Verblendung
  3. Das Leiden erlischt, wenn die Ursachen, welche Glück vermeiden, erloschen sind
  4. Der „Edle Achtfache Pfad“ * führt zum Erlöschen des Leidens und damit zur Entstehung von Glück

Die buddhistische Lehre vertritt durchgängig die Philosophie des sog. „abhängigen Entstehens“. Dadurch entsteht jedes Phänomen aufgrund vielfältiger Ursachen und Bedingungen in wechselseitiger Beziehung zu anderen Dingen.

Krankheiten entwickeln sich aus einem Ungleichgewicht der Elemente des Körpers.

Dabei können physische aber auch psychische Faktoren eine Rolle spielen, die sich gegenseitig beeinflussen. Der Zustand des Körpers hat Einfluss
auf den Geisteszustand und umgekehrt.

Destruktive Emotionen wie Gier, Zorn, Angst und Unruhe können zu einer Krankheit beitragen oder die Heilungschancen einschränken.

Sinnvoll ist deshalb eine ganzheitliche Therapie, bei der neben physischen Hilfen (Schulmedizin) auch die Psyche positiv beeinflusst wird, beispielsweise
durch psychotherapeutische, aber auch spirituelle, meditative Verfahren. Wesentlich ist dabei vor allem eine vertrauensvolle Beziehung zu
helfenden Personen sowie überhaupt die Entwicklung von wertschätzendem, mitfühlendem menschlichem Austausch.

* Erklärung: Der „Edle Achtfache Pfad“ besteht aus 1. der rechten Sicht und Erkenntnis, 2. dem rechten Denken und Entschluss, 3. der rechten Sprache, 4. dem rechten Handeln, 5. der rechten Lebensweise, 6. dem rechten Streben, 7. der rechten Achtsamkeit und dem rechten „sich Erinnern“ sowie 8. aus der rechten Sammlung und Versenkung.